Strom und Wärme aus Biomasse für Linz

Ab Winter 2005/2006 wird Linz mit Strom und Wärme aus Biomasse versorgt und ist damit die erste österreichische Landeshauptstadt, die einen beachtlichen Teil des Bedarfes mit erneuerbarer Energie deckt.

Im Fernheizkraftwerk Linz-Mitte der Linz AG wurde ein Block der bestehenden Dampfkraftanlage, die bisher mit Gas und Heizöl schwer betrieben wurde, auf Biomasse umgerüstet. Der Vorteil dieser Integration einer Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage liegt im Vergleich zur Neuerrichtung in den niedrigeren Investitionskosten, da die bestehende Infrastruktur genutzt werden kann. Die gesamten Investitionskosten betragen rund 26 Mio. €.

Die neue Dampfturbine erzeugt bei einer installierten Leistung von 8,9 MWel und 21 MWth ca. 60.000 MWh Strom pro Jahr. Diese Strommenge deckt den Bedarf von rund 20.000 Haushalten. Mit der erzeugten Wärme von ca. 150.000 MWh können rund 12.000 Haushalte versorgt werden. Anteilsmäßig werden dadurch ca. 17 % des gesamten Fernwärmeabsatzes der Linz AG mit Biomasse erzeugt.

Für die Linz AG ist eine erhöhte Versorgungssicherheit durch die Brennstoff-Diversifikation ein wichtiger Faktor. Zusätzlich wurde die Anlage auf ein breites Spektrum bei der Brennstoffauswahl ausgelegt: Rinde, Sägespäne, Hackgut und unbehandeltes Restholz können verwertet werden. Dadurch ist das Unternehmen flexibel und kann auf Preisänderungen reagieren. Die Lagerflächen sind für einen möglichen Lagerbestand von ca. 2 Wochen geplant, zusätzliche Lagerflächen könnten noch errichtet werden. Das Fernheizkraftwerk Linz-Mitte verfügt über einen 65 Meter hohen Wärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von 34.000 Litern, der zu den fünf größten weltweit zählt. Bei erhöhtem Bedarf wird das Warmwasser entnommen und das Unternehmen erspart sich dadurch einen so genannten "Spitzenkessel".

Durch die Errichtung der Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage werden jährlich  10 % oder 50.000 Tonnen weniger an CO2 emittiert. Die umweltfreundlichen Transportwege durch die Anbindung an das Bahnnetz einerseits und die Nähe zur Donau andererseits tragen zusätzlich zur Emissionsreduktion bei.

 

 

Seitenanfang