Geothermie Altheim

Projektüberblick

Projektname: Fernwärme und Strom aus dem Geothermie-Kraftwerk Altheim 



Ort: Gemeinde Altheim, Oberösterreich

Verwendete Technologie

Das Altheimer geothermische Kraftwerk versorgt Privathaushalte mit Fernwärme und produziert elektrische Energie aus Thermalwasser mit ca. 100 °C mittels ORC-Turbine.

Art der Finanzierung

Das Projekt wurde durch das Joule-Thermie Programm der Europäischen Kommission, den Bund und das Land Oberösterreich gefördert.

Kurzfassung

Die Gemeinde Altheim betreibt bereits seit 1990 ein geothermales Fernheizwerk, das ca. 40 % der Bevölkerung mit Wärme versorgt. Bereits kurz nach der Inbetriebnahme des Fernheizsystems entschied man sich, die geothermische Energie auch zur Produktion von elektrischem Strom zu nützen.

Die EU förderte dieses innovative Geothermie-Kraftwerk zu ca. 35 % der Gesamtinvestitionssumme aus dem EU-Technologie-Förderungsprogramm "Joule-Thermie". Neben der Europäischen Union trugen auch Bund und Land Oberösterreich zur Finanzierung bei.

Projektbeschreibung

Hintergrund

Bereits seit 1990 existiert im oberösterreichischen Altheim ein geothermisches Fernheizwerk, das mit einer Leistung von 12,4 MWth ca. 700 Haushalte bzw. 40 % der Bevölkerung mit Wärme versorgt.

Anfang der 90er-Jahre starteten die Altheimer das nächste innovative Projekt. Sie entschlossen sich, geothermische Energie auch zur Produktion von elektrischem Strom zu nutzen. Zur Umsetzung des Projektes mussten nicht nur finanzielle, sondern auch technische Herausforderungen bewältigt werden. So musste erst eine Turbine entwickelt werden, die für die Stromerzeugung aus Thermalwasser von nur ~100 °C geeignet ist. Schließlich kam eine ORC (Organic Rankine Cycle) Turbine mit einer Leistung von 1 MWel zur Anwendung. Dieses Kraftwerk war europaweit eines der ersten, das aus Thermalwasser mit einer Temperatur von nur ~100 °C elektrische Energie erzeugt.

Fallstudie

1996 reichte die Gemeinde Altheim einen Förderantrag zur Erweiterung der Geothermieanlage Altheim im Rahmen des "Joule-Thermie"-Programms bei der Europäischen Kommission ein. Noch im gleichen Jahr sicherte die EU Fördermittel in Höhe von 34,7 % der Gesamtinvestitionsumme zu.

 Neben dem EU-Förderprogramm trugen auch Technologieprogramme des Bundes bzw. des Landes Oberösterreich und der regionale Energieversorger zur Finanzierung bei. Der Restbetrag wurde über Kredite finanziert. Die Rückzahlungen werden durch den Verkauf des produzierten Stroms ermöglicht. Der Einspeisetarif in das Netz der Energie AG Oberösterreich liegt im Bereich von 3 bis 5,23 Cent/kWh.

Die Koordination dieses Projektes übernahm die Gemeinde Altheim, die dabei von folgenden Partnern unterstützt wurde: Turboden SRL (Italien), Geotherma S.A, (Frankreich) und Terrawat GmbH (Deutschland).

In der 40-monatigen Projektzeit wurde eine zweite Bohrung durchgeführt und eine Turbine entwickelt, die die Stromerzeugung aus Wasser mit nur ungefähr 100 °C ermöglicht. Die Anlage ist seit Herbst 2001 im Dauerbetrieb.

Technische Daten

  • Turbine: ORC-Turbine (Organic Rankine Cycle)

    Tiefe der Bohrung : 2.306 m Thermische Leistung: 12.400 kWth Thermalwasser Eintrittstemperatur: 106 °C Thermalwasser Austrittsstemperatur: 70 °C Elektrische Leistung: 1.000 kWel

    Kosten

    Gesamtinvestitionskosten: 5,084.090 Euro EU-Förderung: 1,565.184 Euro (34,7 % der geschätzten Kosten) Energieversorger (Energie AG): 981.083 Euro Land OÖ: 490.542 Euro Förderung des Bundes: 302.426 Euro Gemeinde Altheim: 367.610 Euro Bankdarlehen: 1,377.245 Euro Resümee

    Die Gemeinde Altheim machte im Rahmen dieses Geothermie-Projektes gute Erfahrungen mit EU-Förderungen und konnte die Vorteile von internationalen Kooperationen nützen.


    Kontakt
    Marktgemeinde Altheim
    OAR Gerhard Pernecker
    Braunauerstraße 7, A-4950 Altheim
    Tel.: +43-7723-42255-81, F: -87
    altheim.geothermicsnetwayat
    www.netvillage.at/nv/altheim

    O.Ö. Energiesparverband
    Landstraße 45, A-4020 Linz
    Tel.: +43-732-7720-14380, Fax: -14383
    officeesv.orat, www.esv.or.at

Seitenanfang